Fauré, Alain, Pärt vergeblich geprobt: Das Herbstkonzert des Pauluschors fällt in diesem Jahr zum ersten Mal aus.

Auch in diesem Jahr war wieder das jährliche Herbstkonzert in der Pauluskirche vorgesehen, dieses Mal mit Musik der französischen Romantik, G. Faurés Requiem, und der Moderne, J.Alains und A. Pärt. Hierauf hat sich der Pauluskantorei mit seinem Leiter, KMD Cornelius Häußermann, und einer professioniellen Stimmbildnerin drei Monate lang sorgfältig vorbereitet. Nun wurde das Konzert nur 9 Tagen vor dem geplanten Termin, 24.11.2019, abgesagt, da die Kirche nicht rechtzeitig für Zuhörer und Instrumente und Orgel, beheizt werden kann. Dies hat die Chormitglieder überrascht, enttäuscht und außerordentlich verärgert, was angesichts der etwa 1900 (ca. 50 Sänger(innen) * 12.5 h/Monat * 3 Monate) unnötigen Personenstunden für Proben verständlich sein sollte..

Der Konzerttermin, war bereits lange vorher mit der Gemeinde abgestimmt worden in der Annahme, dass er auch der Bauleitung, die den derzeitigen Umbau der Heizungsanlage in der Pauluskirche durchführt, mit entsprechender Dringlichkeit mitgeteilt würde. Wiederholte Nachfragen bei den Verantwortlichen der Gemeinde haben dies immer bestätigt. Daher scheint die jetzige Absage unverständlich und wenig einsehbar.

Die Wichtigkeit der Kirchenmusik für die Gemeinde (manche Christen gehen auch oder nur wegen ihr in den Gottesdienst) muss nicht weiter betont werden. Dies wurde nicht zuletzt durch den Einbau zweier neuer Orgeln in der Pauluskirche dokumentiert, die diese zu einem überregional bekannten Orgelzentrum gemacht haben.

Ist der Chor Opfer der Bauplanung nach dem Berliner Modell (wenig koordiniert, später, teurer als geplant und mit unvermeidlichen Nacharbeiten) geworden? Es ist zu hoffen, dass wenigstens der Termin für das Weihnachtskonzert des Chores Mitte Dezember in der Pauluskirche realisierbar ist.


Ein besorgter Sänger.
Klaus Hermann

 

Antwort des Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats auf den Leserbrief

Sehr geehrter Herr Hermann, auch wir sind tief enttäuscht, dass das Konzert nicht wie vorgesehen stattfinden kann. Die Kirchenmusik ist auch für uns ein wesentlicher Schwerpunkt und Alleinstellungsmerkmal für unsere Gemeinde. Ich persönlich habe mich auch auf das Konzert gefreut, da ich Pärt und Fauré sehr schätze. Wir werden zusammen mit Herrn Häußermann prüfen, ob sich nicht ein späterer Termin finden lässt, damit die vielen Proben nicht umsonst waren und die Musikinteressierten noch dieses interessante Konzert erleben können.

Die Verzögerungen bei der Inbetriebnahme der neuen Heizung und die damit verbundenen Folgen sind für die Gemeinde, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pfarrhaus der Suptur und die Gemeindeleitung mehr als ein Ärgernis. Zudem entstehen auch erhebliche Mehrkosten für die Gemeinde.

Beginn des Heizungsumbaus war bereits im September, und die Erneuerung des Heizkessels und der Steuerung sollte noch vor Beginn der normalen Heizungsperiode Mitte Oktober abgeschlossen sein. Die Planung und die Begleitung des Umbaus erfolgt durch ein Ingenieurbüro, das auch bereits vielfältig im kirchlichen Umfeld in Berlin gearbeitet hat und derzeit neben unserem Projekt auch in Steglitz tätig ist. Auch die ausführende Firma ist entsprechend erfahren. Angesichts des herrschenden Baubooms waren wir froh, überhaupt kompetente Firmen zu finden, die entsprechende Zeitfenster in diesem Jahr noch anbieten konnten. Eine weitere Verschiebung des Umbaus war, auf Grund der Unzuverlässigkeit der Heizung in den letzten Jahren, keine Option. Angesichts der Komplexität des Vorhabens wurde auch genügend Zeit für den Umbau eingeplant. Von Seiten der Gemeinde wird das Projekt mit großem Engagement von Herrn Dr. Siedke betreut, der ehrenamtlich schon viele Projekte der Paulusgemeinde erfolgreich und kompetent begleitet hat und auch den Umbau unserer Alten Dorfkirche steuert. Aber auch unsere festen Mitarbeiter sind mit erheblichem Zeitaufwand eingebunden. Intern findet die Abstimmung über den Bauausschuss des Gemeindekirchenrats statt.

Die Verzögerungen betreffen mehrere Gewerke. Schwierigkeiten bereiteten die Abgasabführung im Schornstein des Pfarrhauses. Die Pauluskirche wird vom Pfarrhaus aus beheizt, da die Kirche selbst keinen Kamin hat. Das Pfarrhaus steht aber ebenso wie die Pauluskirche unter Denkmalschutz, und so bedurfte es jeweils intensiver Abstimmungen mit der Denkmalbehörde. Zudem wird der Gaszähler vom Netzbetreiber erst in der nächsten Woche geliefert. Warum dies später als erwartet erfolgt, wird derzeit recherchiert. Schließlich fehlt auch noch die Steuerungstechnik für die Heizung von Siemens.

Im Rahmen der ständigen Abstimmung mit der Firma und dem Ingenieurbüro konnten wir auch noch mit einem früheren Start der Heizung rechnen, der das Konzert ermöglicht hätte. Als diese Prognose sich leider zerschlug, haben wir schweren Herzens umgehend die Entscheidung zur Absage des geplanten Konzerttermins in Abstimmung mit Herrn Häußermann getroffen.
Wir hoffen nun, dass wenigstens Ende November provisorisch die Heizung in Betrieb genommen werden kann, denn weitere Konzerte und Veranstaltungen sind ja im Dezember vorgesehen.

Ich hoffe, ich kann Ihnen hiermit deutlich machen, dass von Seiten der Gemeinde alles unternommen wurde, was in unserer Macht stand, um das Konzert zu ermöglichen. Es ist wirklich traurig, dass wir das Konzert absagen mussten, aber wir hoffen, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein neuer Anlauf mit dem geplanten Programm gemacht werden kann.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Bertram Morbach

 

Aktueller Stand der Heizung

Ergänzend zu meiner Antwort auf den Leserbrief noch einige aktuelle Entwicklungen:

Am 26. November konnten wir zwar erst einmal ohne elektronische Steuerung, aber doch erfolgreich die Heizung in Betrieb nehmen und um die Orgeln nicht zu beschädigen, langsam die Kirche erwärmen. Auch das Pfarrhaus wurde endlich wieder regulär geheizt.

Da wir die Steuertechnik von Siemens erst im Januar geliefert bekommen, ist der jetzige Betrieb der Heizung erst einmal provisorisch.

Sowohl die Installation des Abgasrohrs im Kamin in Abstimmung mit dem Denkmalschutz als auch die Montage des Gaszählers waren im Vorfeld gelaufen.

Entsprechend können vor Weihnachten alle Konzerte und Gottesdienste wie geplant stattfinden.

Ab 29. Dezember und im Januar verlegen wir einige Gottesdienste in die Alte Dorfkirche. Die genauen Daten entnehmen Sie bitte den Paulusblättern oder unserer Website.

Hintergrund ist die Einsparung von Heizkosten und die Reduzierung unseres CO² -Ausstoßes.

Die Planungen für einen Ausweichtermin für das abgesagte Konzert laufen noch.

Dr. Bertram Morbach
Vorsitzender des Gemeindekirchenrats

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